centrotherm photovoltaics AG kann Sanierung im Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung voran treiben

Blaubeuren/Ulm, 12.07.2012

  • Amtsgericht Ulm gibt Antrag statt und setzt anchor Rechtsanwälte als vorläufige Sachwalter ein
  • Zusätzliche Ermächtigung gibt Lieferanten Sicherheit, dass ab sofort erbrachte Leistungen bezahlt werden

Das Amtsgericht Ulm hat heute dem Antrag der centrotherm photovoltaics AG auf Einleitung eines Schutzschirmverfahrens in Eigenverwaltung (gemäß ESUG bzw. § 270b InsO.) statt gegeben. Damit ist der Weg für die konsequente Fortsetzung des eingeschlagenen Sanierungskurses frei. Darüber hinaus hat das Amtsgericht Ulm nun auch die Eigenverwaltung ermächtigt, alle zur Weiterführung des Unternehmens benötigten Leistungen in Anspruch zu nehmen und diese als Masseverbindlichkeiten zu begleichen. Damit wird die reibungslose Fortführung des Geschäftsbetriebs im Schutzschirmverfahren erleichtert. Gleichzeitig haben Lieferanten nun die Sicherheit, dass ab sofort erbrachte Lieferungen und Leistungen bezahlt werden.

Erster Schritt in die Zukunft von centrotherm
„Die Entscheidung des Gerichts ist der erste Schritt auf dem Weg in die Zukunft von centrotherm. Wir arbeiten nun mit Volldampf an den nächsten Schritten“, so der für die Eigenverwaltung zuständige centrotherm-Vorstand und Sanierungsexperte Tobias Hoefer. Als vorläufigen Sachwalter für die centrotherm photovoltaics AG, der im Interesse der Gläubiger die Einhaltung des Sanierungsplans und das Schutzschirmverfahren überwacht, bestellte das Gericht Rechtsanwalt Prof. Dr. Martin Hörmann von der Kanzlei anchor Rechtsanwälte, Standort Ulm. Prof. Dr. Hörmann ist Experte auf dem Gebiet des Insolvenz- und Gesellschaftsrechts sowie als Mediator und Insolvenzverwalter renommiert.

„Der erste Eindruck ist sehr positiv, das Schutzschirmverfahren ist im Unternehmen gut vorbereitet worden. Wir werden in gemeinsamer Anstrengung alles unternehmen, um die aussichtsreiche Sanierung zu einem guten Abschluss zu bringen“, so Prof. Dr. Martin Hörmann.

Das erst durch das am 1. März 2012 in Kraft getretene Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) geschaffene Instrument des Schutzschirmverfahrens ermöglicht es, Unternehmen auf Basis eines abgestimmten Sanierungs- und Zukunftskonzepts in Eigenverwaltung zu restrukturieren.
Allerdings dürfen Verbindlichkeiten, die vor der Antragstellung begründet wurden, laut Gesetz während des Schutzschirmverfahrens nicht beglichen werden. Sie sollen jedoch im Rahmen des mit den Gläubigern abgestimmten Sanierungskonzepts bestmöglich befriedigt werden.

Reibungslose Fortführung des Geschäftsbetriebs erleichtert

Auf dieser Basis kann der Geschäftsbetrieb bei der centrotherm photovoltaics AG und den übrigen Gesellschaften der Gruppe derzeit unverändert weiterlaufen. „Wir sind weiter aktiv im Markt. Unsere Kunden erhalten wie gewohnt Engineering sowie Dienstleistungen, Technologie und Produkte in erstklassiger Qualität von centrotherm“, betont Vorstandssprecher Robert M. Hartung. „Ihre Aufträge werden planmäßig abgearbeitet.“ Auch für die rund 1.400 Mitarbeiter in der centrotherm Gruppe (davon rund 500 Arbeitnehmer in Gesellschaften im Schutzschirmverfahren) ändert sich derzeit nichts. „Alle Arbeitsverhältnisse bestehen mit allen sich daraus ergebenden Rechten und Pflichten unverändert weiter“, sagte Hartung gestern bei einer Mitarbeiterversammlung.

Mit Unterstützung einer renommierten deutschen Unternehmensberatung wird derzeit bereits an einem Sanierungs- und Zukunftskonzept gearbeitet. „Wir werden uns dabei auf unsere technologischen Stärken und Kerngeschäftsfelder konzentrieren. In diese Kompetenzen müssen und werden wir auch weiter investieren, um unseren Wettbewerbsvorsprung zu halten. Unsere Vision ist es, Technologie- und Effizienzmotor der globalen Energiewende zu sein. Das ist unser Potenzial für die Zukunft. Meine Kollegen und ich sind deshalb überzeugt, dass wir eine gute Chance haben, die Sanierung erfolgreich abzuschließen“, betonte Robert M. Hartung bei der Mitarbeiterversammlung.

Über centrotherm photovoltaics AG

Die centrotherm photovoltaics AG mit Sitz in Blaubeuren ist ein weltweit führender Technologie- und Equipmentanbieter der Photovoltaikbranche. Das Unternehmen stattet namhafte Solarunternehmen und Branchen-Neueinsteiger mit schlüsselfertigen („Turnkey“) Produktionslinien und Einzelanlagen für die Herstellung von Silizium, kristallinen Solarzellen und -modulen aus. Damit verfügt der Konzern über eine breite und fundierte Technologiebasis sowie Schlüsselequipment auf nahezu allen Stufen der photovoltaischen Wertschöpfungskette. Seinen Kunden garantiert centrotherm photovoltaics wichtige Leistungsparameter wie Produktionskapazität, Wirkungsgrad und Fertigstellungstermin. Der Konzern beschäftigte zum Stichtag 31. Dezember 2011 rund 1.900 Mitarbeiter und ist weltweit in Europa, Asien und den USA aktiv. Im Geschäftsjahr 2011 erzielte centrotherm photovoltaics einen Umsatz von rund 700 Mio. Euro. Das Unternehmen ist im Prime Standard an der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet.


centrotherm photovoltaics AG
Johannes-Schmid-Strasse 8
89143 Blaubeuren
Internet: www.centrotherm.de
ISIN: DE000A0JMMN2
WKN: A0JMMN
Zulassung: Regulierter Markt/Prime Standard, Frankfurter Wertpapierbörse
Firmensitz: Deutschland

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